Konzentration bei Kindern fördern – So funktioniert’s spielerisch

Konzentration bei Kindern fördern

Aufmerksamkeit und Konzentration bei Kindern zählt zu den wichtigsten individuellen Voraussetzungen und Begleitern erfolgreichen Lernens. Tatsächlich stellen Konzentrationsprobleme im Kindes- und Jugendalter die häufigsten Beeinträchtigungen dar. Befragungen von Lehrpersonen zeigen, dass ein Großteil der Kinder durch Unaufmerksamkeit und Konzentrationsschwierigkeiten auffällt. Einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach nach, haben 75 Prozent der Schüler Konzentrationsprobleme. Im Zusammenhang damit taucht immer häufiger die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) auf.

Allerdings sind Störungen und Probleme der Konzentration bei Kindern nicht zwangsläufig auf ADHS zurückzuführen. Oftmals gibt es für Konzentrationsprobleme eine einfache und harmlose Erklärung, doch diese muss natürlich erst einmal gefunden werden.

In diesem Artikel erklären wir die grundlegenden Stör-Faktoren von Konzentration bei Kindern und wie du die Konzentrationsleistung deines Kindes steigern kannst.

Zunächst einmal wollen wir aber mit einer Definition des Begriffs Konzentration starten.

Übersicht

  1. Konzentration vs. Aufmerksamkeit – eine Definition
  2. Voraussetzungen für Konzentration bei Kindern
  3. Konzentration bei Kindern spielerisch fördern
  4. Wie gut ist die Konzentration deines Kindes?

Konzentration vs. Aufmerksamkeit – eine Definition

Die Konzepte Aufmerksamkeit und Konzentration werden im alltäglichen Sprachgebrauch oft als Synonym verwendet. Dies ist im Alltag sicherlich in Ordnung und selbst in der Fachsprache wird häufig nicht zwischen den zwei Konzepten unterschieden. Dennoch wollen wir hier den Unterschied von Konzentration und Aufmerksamkeit beleuchten. Im weiteren Verlauf wird der Einfachheit halber kein Unterschied zwischen den beiden Konzepten gemacht.

Bevor Informationen verarbeitet werden können, müssen Informationen zunächst einmal aufgenommen werden. In der Regel wirken aber in unserer Umgebung eine Reihe von Reizen auf uns ein – im Hintergrund spielt leise Musik, die Kaffeemaschine beginnt zu zischen und am Fenster fährt ein rotes Auto vorbei. Da bei der Sache zu bleiben, ist gar nicht so einfach, doch es ist Voraussetzung für zielgerichtetes Handeln. Reize müssen also selektiert werden.

Das selektive Betrachten relevanter Reize oder Informationen stellt die Aufmerksamkeit dar. Dabei geht es also um wahrnehmungsnahe Phänomene, also um das Sehen, Hören, Riechen oder Schmecken bestimmter Dinge.

Wie wir in einer bestimmten Situation reagieren, hängt aber nicht nur von der richtigen Informationsaufnahme ab. Wesentlich für unser Handeln ist die (Weiter)-Verarbeitung der Informationen.

Als Beispiel können wir hier etwa eine Rechenaufgabe in der Schule nehmen. Sofern keine konkurrierenden Informationen in Form von Ablenkungen auf das Kind einwirkt, stellt das Selegieren der Information 7×7 von einem Blatt Papier oder der Tafel keine Aufmerksamkeitsleistung dar. Nicht die Aufmerksamkeit ist entscheidend, ob der Schüler die Rechenaufgabe löst, sondern wie konzentriert er an der Aufgabe arbeitet.

Entscheidend für das konzentrierte Arbeiten ist die Fähigkeit, das Leistungsniveau für einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Dies stellt die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes dar. Diese Fähigkeit ist mit erheblicher Anstrengung verbunden. Zentrales Definitionselement von Konzentration ist daher das Konzept der Anstrengung.

Lothar Schmidt-Atzert et al. definieren Konzentration als “die Fähigkeit, unter Bedingungen schnell und genau zu arbeiten, die das Erbringen einer kognitiven Leistung normalerweise erschweren”. (2004, S.9).

Nehmen wir also einmal an, ein Kind sitzt zu Hause am Schreibtisch und macht seine Hausaufgaben. Draußen hört man Kinder spielen und im Hintergrund klingelt das Telefon. Dennoch erledigt das Kind seine Hausaufgaben genauso gewissenhaft und schnell wie sonst auch. In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass das Kind konzentriert gearbeitet hat.

Bei Konzentration geht es explizit um kognitive Leistungen, ganz gleich welcher Art. Jegliche kognitive Leistung, u.a. etwa die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit, das Behalten und das Schlussfolgern sollte durch Konzentration steigerbar sein.

Man kann also sagen, dass sich die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmungsprozesse und die Auswahl relevanter Reize bezieht, während es bei Konzentration um die Be- und Verarbeitung von Informationen  (unter erschwerten Bedingungen) geht. Dabei setzt Konzentration Aufmerksamkeit voraus.

Die Zeitspanne, in der Kinder eine Konzentrationsleistung erbringen können, ist begrenzt und abhängig vom Alter. Ein Grundschulkind in Klasse eins oder zwei beispielsweise wird sich kaum länger als 15 Minuten auf eine Sache konzentrieren können. Im Alter von etwa acht bis neun Jahren sind es dann schon etwa 20 Minuten, während es Zehn- bis Zwölfjährige bereits auf etwa 25 Minuten konzentrierten Arbeitens bringen.

Voraussetzungen für Konzentration bei Kindern

Damit ein Kind in der Lage ist, konzentriert zu Arbeiten und zu Lernen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Wie bereits angesprochen, spielt die Aufmerksamkeit eine entscheidende Rolle. Weitere Einflussfaktoren auf die Konzentration bei Kindern können etwa die Ernährung, Luft, Schlaf und Bewegung sein.

Neben diesen extrinsischen Faktoren sind allerdings auch intrinsische Faktoren wie die Motivation oder der Umgang mit Leistungsdruck von Bedeutung für die Konzentrationsleistung von Kindern.

Ohne Motivation gibt es keine Konzentration

Dass die Motivation Einfluss auf die Schulleistung von Kindern hat, muss man Eltern in der Regel nicht erklären. Sie wissen am besten, wie trotzig Kinder reagieren können, wenn sie keine Lust auf den Lernstoff haben und wie schwer es in diesen Fällen ist, sie zum Lernen zu begeistern. In diesen Fällen sind Kinder natürlich besonders empfänglich für Ablenkungen, wodurch konzentriertes Lernen schwerfällt.

Albert Einstein hat einmal gesagt: Der Mensch kann zwar tun was er will, aber nicht wollen, was er will.

Einem Kind zu erklären, warum es wichtig ist, sich auf den Lernstoff zu konzentrieren oder es mit Drohungen oder Versprechungen zum Lernen zu motivieren, sind folglich sinnlos. Ganz gleich, wie groß die extrinsische Motivation ist, wenn die intrinsische Motivation nicht gegeben ist, wird das Lernen lediglich zum kräftezehrenden Akt für das Kind.

Wir sprechen hier von der sogenannten Leistungsmotivation. Hier geht es um den Beweggrund oder den Antrieb, den ein Kind hat, um eine gewisse Leistung zu erbringen.

Die Leistungsmotivation ist kein Merkmal, das einem Kind einfach gegeben ist. Es handelt sich um ein Persönlichkeitsmerkmal, das Kinder bereits in ihren ersten Lebensjahren in ihrem soziokulturellem Umfeld erlernen und sie steht eng im Zusammenhang mit ihrer Hoffnung auf Erfolg bzw. mit ihrer Furcht vor Misserfolg.

Wie wichtig die Anwesenheit eines Erwachsenen und deren Verhalten für die Leistungsmotivation von Kindern ist, zeigt eine Studie zur Entwicklung der Leistungsmotivation im Vorschulalter. Je 19 Jungen und Mädchen im Alter von 42 bis 81 Monaten bearbeiteten eine Puzzleaufgabe sowohl unter Anwesenheit eines Erwachsenen als auch alleine. Zusätzlich zeigten die Erwachsenen in einer vorauslaufenden Intervention entweder wertschätzendes-erfolgsorientiertes oder neutral-misserfolgorientiertes Verhalten.

Es zeigte sich, dass Kinder unter Anwesenheit von Erwachsenen Stolz bzw. Scham, d.h. leistungsmotiviertes Handeln zeigten. Darüber hinaus waren sie erheblich ausdauernder bei der Lösung der Aufgabe und tolerierten mehr Misserfolge als wenn sie alleine waren. Diese Effekte wurden vom Ausmaß der erlebten Wertschätzung in den Interventionsgruppen positiv moderiert.

Wichtig ist, dass die Leistungsmotivation von Kindern veränderbar ist und auch persönliche und situative Einflüsse wie etwa Sympathie und Antipathie, Vergleiche mit anderen, dauerhafte Über- oder Unterforderung, Interessen und Angst eine Wirkung haben.

Allerdings gilt: Für die Leistungssteigerung ist die Motivation zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. Die Leistungsmotivation kann noch so hoch sein, wenn ein Kind schwer konzentrationsgestört ist, führt auch eine hohe Leistungsmotivation zu keiner nennenswerten Leistungssteigerung. Es ist daher wichtig, weitere Faktoren, die für eine Konzentrationsstörung verantwortlich sein könnten, in Betracht zu ziehen.

Leistungsdruck und seine Auswirkungen auf die Konzentration

Frühes Aufstehen, viele Klassenarbeiten und ein Haufen Hausaufgaben – der Leistungsdruck fängt für viele Kinder schon in der Grundschule an. Oftmals sind es aber auch die ambitionierten Eltern, die ihre Kinder mit hohen Anforderungen und Erwartungen überfordern. Das kann schnell zu Stress und Überlastung führen.

Ein Junge sitzt frustriert über einem Heft und hält sich den Kopf.

Was viele übersehen: Bei zu viel Leistungsdruck bleibt die Gesundheit der Kinder auf der Strecke. Sie fühlen sich beim Lernen blockiert und die Lernmotivation geht gegen null. Durch ihre zu hohen Erwartungen haben die ambitionierten Eltern also genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollten.

Auswirkungen von Stress äußern sich häufig in Form von Kopf- und Bauchschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung. Dies zeigte auch eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse Hannover.

Im Zeitraum von März bis Juni wurden 1003 Eltern schulpflichtiger Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren zu Stress, Sorgen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit Kinder befragt.

Es zeigte sich, dass nach Meinung der Eltern rund ein Viertel (27 Prozent) der Kinder wegen des bestehenden Leistungsdrucks oder der Konkurrenz häufig besorgt sind. Dies äußert sich besonders häufig in Müdigkeit und Erschöpfung (18 Prozent), Kopfschmerzen (14 Prozent) oder Bauch- und Magenschmerzen (13 Prozent). Rund jedes zehnte Kind leide außerdem häufig unter Schlafstörungen.

Die Studie zeigte außerdem, dass sich Anspannung besonders auf die Konzentration der Kinder auswirkt. 28 Prozent der Eltern gaben an, dass ihr Kind häufig unkonzentriert sei. Daher ist es besonders wichtig, die Konzentration von Kindern spielerisch und ohne Druck zu fördern.

Konzentration bei Kindern spielerisch fördern

Wie wir gesehen haben, kann sich zu hoher Leistungsdruck negativ auf die Konzentrationsleistung von Kindern auswirken. Die Konzentration spielerisch zu fördern hat daher den Vorteil, dass Kinder mit Spaß und ohne Druck ihre Konzentrationsfähigkeit und ihre Gedächtnisleistung verbessern können.

5 Wege, die Konzentration von Kindern spielerisch zu fördern

Es gibt viele kleine Übungen und Wege, die Konzentration bei Kindern spielerisch zu fördern. Hier stellen wir dir unsere fünf Favoriten vor.

#1 Ich packe meinen Koffer

Dieses Spiel ist nicht nur ein riesen Spaß zu Geburtstagsfeiern, sondern auch eine tolle Übung zur Konzentrations- und Aufmerksamkeitssteigerung von Kindern.

Für alle, die diesen Klassiker nicht kennen sollten, hier die Anleitung: Der erste Spieler sagt: “Ich packe meinen Koffer und nehme mit …”. Dann nennt er einen Gegenstand und der nächste Spieler ist an der Reihe. Auch dieser sagt: “Ich packe meinen Koffer und nehme mit …”. Zunächst wiederholt er dann den Gegenstand aller Spieler vor ihm und fügt einen weiteren hinzu. So geht es weiter, bis sich ein Spieler nicht mehr an alle Gegenstände in der richtigen Reihenfolge erinnern kann.

Kinder müssen bei diesem Spiel sehr aufmerksam sein und wenn sie an der Reihe sind volle Konzentration aufbringen, um nichts zu vergessen.

#2 Lustige Fehlergeschichten

Kinder lieben Geschichten. Weshalb sich diese Konzentrationsübung weniger wie eine Übung und mehr wie Spaß für die Kinder anfühlt.

Ein Elternteil denkt sich eine Geschichte aus und baut in diese heimlich Fehler ein, wie beispielsweise “die runde Ecke” oder “das grüne Meer”. Die Aufgabe des Kindes ist es, aufmerksam zuzuhören und laut “Fehler!” zu rufen, wenn es einen entdeckt hat. Spielen bei diesem Spiel mehrere Kinder mit, macht es besonders viel Spaß.

#3 Wimmelbilder und Fehlerrätsel

Zwei Kinder lesen ein Buch.

Wimmelbilder und Fehlerrätsel eignen sich hervorragend die Konzentration bei Kindern zu fördern. Denn hier ist eine große Portion Geduld und ein aufmerksames Auge gefragt, um kleine Fehler oder versteckte Objekte in einem Bild zu finden.

Kleine Rätsel zwischendurch eignen sich bestens für lustige Konzentrationsübungen für Kinder. Die Voraussetzung ist aber, dass sie dem Kind Spaß machen und nicht zum Zwang werden.

#4 Da fehlt doch etwas!

Bei diesem Spiel werden verschieden Gegenstände auf den Tisch gelegt, welche sich die Mitspieler gut einprägen müssen. Dann schließen alle die Augen, während ein Spieler einen Gegenstand vom Tisch “klaut”. Nun müssen die Spieler erraten, welcher Gegenstand fehlt.

Bei diesem Spiel ist aufmerksames Hinschauen und ein gutes Erinnerungsvermögen gefragt, wodurch die kognitive Leistung von Kindern spielerisch geschult wird.

#5 Wo muss ich lang?

Bei dieser Konzentrationsübung geht es um das Beschreiben bestimmter Wege. Hierfür wird dem Kind ein Weg genannt, zum Beispiel von der Schule bis nach Hause, welchen das Kind dann so genau wie möglich beschreiben soll.

Bei diesem Spiel ist größte Konzentration gefragt, denn nur ein kleiner Fehler, einmal falsch abgebogen, kann dazu führen, dass der Weg nach Hause nicht mehr gefunden wird.

Wie gut ist die Konzentration deines Kindes?

Hast du festgestellt, dass es deinem Kind in letzter Zeit immer schwerer fällt, sich zu konzentrieren? Ist es häufig müde oder lustlos?

Wie du gemerkt hast, können viele Faktoren für Konzentrationsprobleme verantwortlich sein. Neben mangelnder Leistungsmotivation und Überforderung kann auch ein Mangel an Vitaminen oder Omega-3 Fettsäuren zu Einbußen der Konzentrationsfähigkeit führen.

Wir haben deswegen ein Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, das alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe enthält, die für ein starkes Gedächtnis und eine scharfe Konzentration notwendig sind. So bekommt das Gehirn auf natürliche Weise, was es braucht um auf Hochtouren zu laufen.

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Quellen

  1. Gerhard Büttner, Lothar Schmidt-Atzert (Hrsg.): Diagnostik von Konzentration und Aufmerksamkeit. 2004.
  2. https://www-de.scoyo.com/eltern/schule/leistungsdruck-bei-kindern-schule-als-stressfaktor
  3. https://www.familienhandbuch.de/kita/lernen/wiekoennenwirdielernmotivationvonkindernfoerdern
  4. https://www.konzentrationlernen.de/hausaufgaben-motivation-und-konzentration
  5. https://www.elternwissen.com/lerntipps/konzentration-adhs/art/tipp/vollekonzentrationbitteaufmerksamkeitlsstsichtrainier

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