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Konzentrationsschwäche: Was hinter dem Phänomen steckt und was wirklich hilft

Konzentrationsschwäche was hilft

Konzentration ist in vielen Bereichen des Lebens gefragt. Auf der Arbeit, in der Schule oder in der Uni, abends beim Lesen im Bett oder beim Lösen eines Kreuzworträtsels. Was aber, wenn die Gedanken wegen einer Konzentrationsschwäche ständig abschweifen? Wie kann man dann noch effektiv arbeiten?

Tage, an denen man sich nicht produktiv oder leistungsfähig fühlt, kennt jeder. Zu wenig Schlaf, Stress oder eine falsche Ernährung können den Alltag erschweren. Auf Dauer können sie allerdings auch zu Konzentrationsschwächen führen.

Doch wie genau erkenne ich eine Konzentrationsschwäche? Und ist jedes Problem mit der Konzentration gleich krankhaft? Wie kann ich eine Konzentrationsschwäche behandeln? Wann sollte ich zum Arzt und welche Folgen kann sie haben?

Das alles erfährst du in diesem Artikel.

Übersicht

  1. Was ist eigentlich eine Konzentrationsschwäche?
  2. Wie kann eine Konzentrationsschwächen ausgelöst werden?
  3. Wie reagiert mein Körper bei einer Konzentrationsschwäche?
  4. Wann zum Arzt?
  5. Was hilft bei einer Konzentrationsschwäche?
  6. Konzentrationsschwäche: Ein Problem im Büro?
 
 

Was ist eigentlich eine Konzentrationsschwäche?

Wir alle wissen, wie anstrengend es sein kann, über einen längeren Zeitraum konzentriert bei der Sache zu bleiben. Lässt die Konzentration nach einer Stunde Kopfarbeit nach, ist das nicht weiter ungewöhnlich und sicherlich keine Konzentrationsschwäche. Von dieser sprechen wir erst dann, wenn die Konzentration über einen längeren Zeitraum nicht richtig funktioniert. Wie stark sie bei einer Konzentrationsschwäche beeinträchtigt ist, variiert.

Konzentration bedeutet, willentlich seine gesamte Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache, Tätigkeit, eine Person oder einen Reiz zu richten. Alle weiteren Dinge, also Ablenkungen, nehmen wir nur am Rande wahr. Unsere Konzentration können wir also wie einen Muskel trainieren. Womit sie also, entgegen dem Verständnis vieler Menschen, nicht angeboren ist. Es handelt sich um einen Reifungsprozess, den wir vor allem im Kindergarten oder in der Schule durchlaufen. Wie ein Muskel ist unsere Konzentration nach einer gewissen Zeit an Anstrengung ausgelaugt und lässt nach. Denn die geistige Anstrengung, die Konzentration erfordert, ist enorm. Gelingt es allerdings ständig und wiederholt nicht, seine Konzentration gezielt auf eine Sache zu richten, sprechen wir von einer Konzentrationsschwäche.

Bei einer Konzentrationsschwäche sind wir also dauerhaft nicht in der Lage, uns von anderen Reizen abzuschirmen. Folglich schweift unsere Aufmerksamkeit von einer Sache zur nächsten. Im Gegensatz dazu sprechen wir von einer Konzentrationsstörung, wenn unsere Fähigkeit zur Konzentration nur vorübergehend geschwächt oder beeinträchtigt ist. Die Grenzen zwischen Konzentrationsschwäche und Konzentrationsstörung sind allerdings schwimmend und auch aus medizinischer Sicht liegt keine eindeutige Definition der beiden Phänomene vor.

 
 

Wie wird eine Konzentrationsschwäche ausgelöst?

Ob eine Konzentrationsschwäche nur ein vorübergehendes Übel oder eine dauerhafte Belastung ist, ist nicht immer klar. Es ist enorm schwierig, eine Konzentrationsschwäche von einer Konzentrationsstörung oder einer vorübergehenden Unkonzentriertheit zu unterscheiden.

Doch ganz egal, worum es sich handelt, für den Betroffenen ist der Leidensdruck meist groß. Wenn die Arbeit nicht mehr effektiv erledigt oder Lernstoff nicht mehr eingeprägt werden kann, muss nach Abhilfe gesucht werden. Dafür ist es aber zunächst wichtig, die Ursache der Konzentrationsprobleme genauer zu untersuchen. Erst dann wird deutlich, ob die Konzentrationsschwäche vorübergehend oder von Dauer ist.

Ursachen einer Konzentrationsschwäche können sowohl psychischer als auch physischer Natur sein. Nicht selten sind Probleme mit der Konzentration eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung oder Beschwerde. Häufige Ursachen für eine Konzentrationsschwäche sind beispielsweise:

  • Schlafmangel
  • Mangelnde Bewegung
  • Falsche Ernährung
  • Stress
  • Alkohol-, Koffein- oder Tablettenkonsum
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Psychische und psychosomatische Erkrankungen wie z.B. Depression
  • Hohe Bildschirmzeiten

Konzentrationsstörungen bei Kindern und im Alter

Häufiges und langes Fernsehschauen sowie Computerspiele können sich bei Kindern auf die Konzentration auswirken. Auch Müdigkeit ist ein weit verbreiteter Grund dafür, dass sich Kinder in der Schule schlechter konzentrieren können.

Wird die Konzentration bei Kindern auch im zunehmenden Alter nicht besser, können auch andere Ursachen wie beispielsweise ADHS, Wahrnehmungsstörungen oder Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) für Konzentrationsschwächen verantwortlich sein. Nicht selten entwickeln sich dadurch bei Kindern Versagensängste und eine Lustlosigkeit am Lernen, wodurch das Potenzial für Ablenkung erhöht wird.

 
 

Wie reagiert mein Körper bei einer Konzentrationsschwäche?

Konzentrationsschwächen werden von Psychologen in einigen Fällen auch als erstes Warnzeichen einer Depression angesehen.

Die Symptome bleiben meist nicht vor Mitmenschen verborgen. Personen, die dir nahestehen, werden sehr schnell merken, wenn deine Leistungsfähigkeit nachlässt oder du verwirrt scheinst. Oftmals fällt ihnen eine Veränderung in deinem Wesen früher auf als dir selbst. Warst du früher beispielsweise keineswegs konfliktscheu oder schüchtern, ziehst dich nun aber auffallend oft in dich zurück und meidest Konfliktsituationen, wird dies auffallen. Noch deutlicher wird es für deine Mitmenschen, wenn deine Leistung nachlässt und du deiner Arbeit nicht mehr im gewohnten Maße nachkommen kannst.

Dies gilt natürlich auch für dein Privatleben. Zeigst du dich ungewöhnlich vergesslich oder zerstreut, wird das auch deiner Familie oder deinem Lebenspartner/deiner Lebenspartnerin auffallen.

 
 

Wann solltest du zum Arzt?

Natürlich musst du bei Problemen mit der Konzentration nicht gleich zum Arzt. Kleine Konzentrationsschwächen kannst du mit einfachen Übungen behandeln und auch eine Nahrungsergänzung mit bestimmten Vitaminen macht bei Nährstoffmangel bedingten Konzentrationsproblemen Sinn. Wenn aber alles nicht hilft, du die Symptome als bedrohlich empfindest, sie urplötzlich auftreten und du sie dir einfach nicht erklären kannst (z.B. durch viel Stress), dann solltest du lieber einen Arzt aufsuchen. Dieser kann herausfinden, ob du vielleicht unter ADHS leidest oder deine Konzentrationsschwäche andere Krankheiten zur Ursache hat. Bei Frauen kann es sich beispielsweise auch um eine vorübergehende Konzentrationsschwäche handeln, die häufig mit den Wechseljahren einhergeht.

Der Gang zum Arzt: Das erwartet dich

Der Besuch beim Arzt ist in der Regel gar nicht so schlimm, wie du vielleicht denkst.

Zunächst wird sich dein Arzt ausführlich mit dir über deine Krankenvorgeschichte unterhalten. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung, die hilft, eine organische Ursache für deine Konzentrationsschwäche abzuklären. Durch eine Blutuntersuchung beispielsweise kann der Arzt einen Eisenmangel, eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Nierenschwäche ausschließen. Eine Blutdruckmessung kommt beim Verdacht auf Hypotonie zum Einsatz und bildgebende Verfahren können einen Verdacht auf Arteriosklerose oder Demenz ausschließen. Darüber hinaus werden in der Regel Hör- und Sehtests durchgeführt.

Stellt der Arzt eine Grunderkrankung fest, schlägt er dir einen Behandlungsplan vor. In der Regel verbessert sich damit dann auch die Konzentrationsfähigkeit.

 
 

Was hilft bei einer Konzentrationsschwäche?

Stress und Druck nehmen in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr zu. Auch Konzentrationsprobleme kommen daher immer öfter vor. Das Ganze ist ein echter Teufelskreis: Stress kann Konzentrationsprobleme hervorrufen und Konzentrationsprobleme sorgen für zusätzlichen Stress.

Wurde bei dir eine Konzentrationsschwäche festgestellt, sollte diese natürlich schnellstmöglich behandelt werden, um deine Lebensqualität wieder zu verbessern. Die Therapie richtet sich dabei nach den individuellen Ursachen.

Autogenes Training, Meditation und Yoga haben sich beispielsweise als sinnvolle Mittel zur Förderung der Konzentrationsleistung erwiesen. Generell solltest du auf einen gesunden Lifestyle achten. Das bedeutet:

  • Ausreichend Bewegung
  • Viel frische Luft
  • Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Ballast- und Mineralstoffen, Omega-Fettsäuren und möglichst wenig Zucker
  • Entspannung neben der Arbeit
  • Ausreichend Schlaf
  • Verzicht auf übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum

Geht die Konzentrationsschwäche auf eine Depression oder eine andere Erkrankung wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion zurück, wirst du die Therapie mit deinem behandelnden Arzt absprechen. Es werden dann individuelle psychologische oder physiologische Maßnahmen ergriffen.

Zur gezielten Steigerung der Konzentration empfehlen sich außerdem spezielle Konzentrationsübungen. In unserem Artikel “Die Top 10 Tipps für mehr Konzentration beim Lernen” zeigen wir dir außerdem, wie du deine Konzentration beim Lernen mit einfachen Mitteln steigern kannst.

Einfache Konzentrationsübungen für Erwachsene

Konzentrationsübungen müssen gar nicht aufwendig oder kompliziert sein. Oftmals reicht es schon, sich eine kurze Auszeit zu gönnen und seinen Fokus wieder herzustellen. Zum Beispiel mit diesen einfachen Übungen:

#1 Richtig atmen

Schon allein über die richtige Atmung können wir viel ausrichten. Ist dir schon mal aufgefallen, dass du besonders schnell und flach atmest, wenn du nervös oder gestresst bist? Im Schlaf hingegen ist unsere Atmung ruhig und tief.

Wir wir bereits herausgefunden haben, gehört Stress zu den häufigsten Auslösern für eine Konzentrationsschwäche. Diesen effektiv zu beseitigen oder zumindest zu regulieren sollte also oberste Priorität haben.

Versuche daher, diese kurze Übung einmal die Stunde in deinen Arbeitsalltag einzubauen:

Lehne dich in deinem Bürostuhl zurück und schließe deine Augen. Nimm einen tiefen Atemzug, halte ihn für vier Sekunden und atme dann langsam durch den Mund wieder aus. Wiederhole diese Übung drei Mal.

#2 Affirmationen

Hast du schon einmal von Affirmationen gehört? Affirmationen sind Statements, die eine positive Emotion in uns auslösen sollen. Sie haben die Kraft unsere Gedanken über uns selbst und unsere Situation zu verändern.

Wie wir uns fühlen, hat enorme Auswirkungen auf die Qualität unserer Arbeit. Nehmen wir einmal an, du hast schlecht geschlafen, fühlst dich nicht gut und hast keine Lust auf deine Arbeit. Was glaubst du wohl, wie das Ergebnis deiner Arbeit wird? Du ahnst es: Nicht besonders gut.

Hier kommen die Affirmationen ins Spiel. Denn wenn wir uns sagen “Ich liebe meinen Job.”, fühlen wir uns schon am Morgen gut, wenn wir in die Bahn steigen. Wenn nun ein anstrengender Arbeitstag auf dich wartet und nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann versuche es doch vorher mit einer Affirmation. Etwa: “Ich bin konzentriert und schaffe alles, was ich mir vornehme”.

Natürlich funktionieren Affirmationen nicht über Nacht und in jeder Situation. Aber versuch doch einfach, dir jedes Mal wenn du dich von der Arbeit überrollt fühlst, positiv zuzureden.

#3 Eine liegende Acht

Ein Junge malt eine imaginäre Acht in die Luft.

Hirnforscher empfehlen: Stell dir eine vor deinen Augen schwebende liegende Acht vor. Mit Hilfe von Augen- und Kopfbewegungen gilt es nun, die Zahl mehrfach nachzuschreiben.

Durch diese Übung synchronisierst du deine beiden Gehirnhälften und steigerst somit deine Konzentration.

#4 Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft

Wie wir bereits erklärt haben, ist es mit der Konzentration ähnlich wie mit einem Muskel: Nach einer großen Anstrengung braucht er erst einmal Erholung, um wieder volle Leistung bringen zu können. Und wo erholt man sich besser als an der frischen Luft? Das Gehirn wird mit Sauerstoff versorgt, unsere Augen können sich von der vielen Bildschirmarbeit erholen und das natürliche Tageslicht wirkt sich positiv auf unsere Stimmung aus. Du schlägst also drei Fliegen mit einer Klappe.

Wenn du dich das nächste mal unkonzentriert fühlst, gönne dir ein paar Minuten und mach einfach mal ein paar Schritte vor die Tür.

#5 Mandalas ausmalen

Du denkst, Malbücher sind nur etwas für Kinder? Da haben wir Neuigkeiten für dich. Mandalas sind die Malvorlagen für Erwachsene. Es sind Bilder aus geometrischen Formen, die in einigen Religionen eine ganz besondere Bedeutung haben und sogar zu Meditationszwecken genutzt werden.

Das Ausmalen von Mandalas hat gleich mehrere positive Wirkungen:

  • Es baut Stress ab und fördert die Entspannung
  • Der Gedankenfluss wird beruhigt
  • Kreativität und Konzentration werden gefördert.
 
 

Konzentrationsschwäche: Ein Problem im Büro?

Konzentrationsprobleme im Büro sind keine Seltenheit. Eine Studie mit 1230 Probanden der Hochschule Luzern fand heraus, dass etwa 11 Prozent der Schweizer Erwerbstätigen, die hauptsächlich aus dem Büro heraus arbeiten, unter Schwierigkeiten mit der Konzentration leiden.

Ziel der Studie war es, eine aussagekräftige Bewertung der Arbeitsbedingungen im Büro zu erhalten. Dafür wurden insgesamt 540 Arbeitsstätten aus dem Betriebs- und Unternehmensregister des Bundesamtes für Statistik in die Untersuchung einbezogen. In einem Online-Fragebogen konnten Personen dann unter anderem die Arbeitsumgebung (Luft, Raumklima, Licht, Lärmpegel etc.) bewerten, um auf mögliche Faktoren für schlechte Arbeitsbedingungen schließen zu können. Zusätzlich wurden auch psychische Faktoren wie Stress, Zufriedenheit, Erholung oder Absenzen erfragt, welche einen Aufschluss über Konzentrationsprobleme geben können.

Ergebnisse zeigten, dass Konzentrationsprobleme neben Müdigkeit, Schlafproblemen, brennenden, gereizten Augen oder auch Kopfschmerzen zu den am häufigsten genannten Problemen von Arbeitnehmern im Büro zählen.

Nun stellt sich die Frage: Sind diese Konzentrationsbeschwerden bei Büro-Angestellten krankhaft, handelt es sich eher um lästige Begleiterscheinungen an einem stressigen Tag oder sind die Symptome für Betroffene nur schwer zu ertragen? All dies entscheidet darüber, ob du vielleicht lieber einen Arzt aufsuchen solltest.

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